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Das Ergebnis von Cancún bedeutet nur eine Atempause

13.12.2010 - Der Klimagipfel von Cancún ist vorbei – seine Ergebnisse haben gemischte Reaktionen ausgelöst. „Man hat den Patienten Weltklimavertrag am Leben gehalten, aber man hat sich nicht auf eine wirkliche Therapie einigen können“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Deutschen Presse-Agentur. „Ich freue mich über das Ergebnis von Cancún, insbesondere weil es verlorenes Vertrauen in den Verhandlungsprozess wieder herstellt“, erklärte er. Dabei bezog er sich auf die stark umstrittenen Beschlüsse des vorherigen Gipfels in Kopenhagen. Aber die Einigung von Cancún bedeutet nur eine Atempause, sagte Schellnhuber. „Letztendlich wurden alle substanziellen Punkte nach 2011 verschoben.“

Der nächste Klimagipfel findet in einem Jahr im südafrikanischen Durban statt. „Nun müsste alles getan werden, um den guten Geist von Cancún deutlich zu stärken“, sagte Schellnhuber. Die Klimaforschung zeige, wie die Risiken wachsen, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht begrenzt wird. Die Gipfelteilnehmer in Cancún einigten sich nicht auf verbindliche globale Reduktionsziele.

Der geplante Grüne Klima-Fonds und ein Fonds für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel „machen Hoffnung“, sagte Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom und Vize-Direktor des PIK, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, das von Nachrichtenagenturen weiterverbreitet wurde. Der Aufbau von Institutionen sei wichtig, erklärte Edenhofer, das hier Erreichte zähle zu den positiven Elementen des Abschlusses. Langfristig könne aus solchen Institutionen eine globale Klima-Bank entstehen. Die nun zu schaffenden Fonds zeigten den Entwicklungsländern, so Edenhofer, „dass die Industrieländer bereit sind, sie in ihren Bemühungen gegen den Klimawandel zu unterstützen.

Die Vereinbarungen von Cancún stabilisieren Erwartungen von Akteuren weltweit. Dieses Ergebnis sollte nicht unterschätzt werden, betonte Edenhofer. Investoren erhalten aus Cancún das Signal, dass der Klimaschutz weiter Thema bleibt, und dass Emissionsreduktionen wahrscheinlicher werden. Viele von Ihnen werden sich entsprechend verhalten. „Dieses Management von Erwartungen“, sagte Edenhofer, „ist ungeheuer wichtig.“

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