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Aufschub bis 2020? Post-2010-Ziele der EU aus Sicht der Biodiversitätsforschung

22.03.2010 - Die Europäische Union gibt sich weitere zehn Jahre um den fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt, unserer Lebensgrundlage, zu stoppen. Was auf den ersten Blick nach Aufschub klingt, kann genauer betrachtet als mutiger Schritt bezeichnet werden. Ob dieses Vorhaben diesmal umgesetzt werden kann, hängt von der Wahrnehmung der Dringlichkeit des Themas ab. Und auch von der Zusammenarbeit mit der Biodiversitätsforschung, die zur Grundlage für politische Entscheidungen beiträgt.

Pressemeldung des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo)

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) hat im Februar mit Vertretern verschiedener Institutionen aus Biodiversitätsforschung, Bundesbehörden und Naturschutzorganisationen ein Positions-papier erarbeitet, das die Bedingungen zu erfolgreichem Schutz und Nutzung der Biodiversität aus Sicht der Biodiversitätsforschung zusammenfasst. DIVERSITAS-Deutschland unterstützt den Entwurf, der im Juni veröffentlicht wird.

Der Verlust der biologischen Vielfalt und daraus resultierenden Ökosystemdienstleistungen in der EU soll bis 2020 gestoppt und weitgehend wiederhergestellt werden. Zusätzlich will die EU ihren Beitrag leisten, den Schwund der Biodiversität weltweit zu verhindern. So lautet das neuformulierte Ziel der EU zum Schutz der biologischen Vielfalt. Damit wollen die europäischen Staaten als gutes Beispiel in die internationalen Verhandlungen bei der Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt (CBD) im Oktober dieses Jahres in Japan gehen. Denn mit der jetzt gewählten Zielformulierung hat sich die EU für die ambitionierteste mehrerer Optionen entschieden. Die internationale Staatengemeinschaft in der CBD konnte sich bisher nämlich nur auf das Ziel einigen, den Verlust bis 2010 lediglich signifikant zu reduzieren. Beim Treffen der EU-Umweltminister bestand die Option, sich dieser Zielsetzung anzuschließen und damit die Erwartungen zurückzuschrauben.

Wolfgang Cramer, Geograph am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), begrüßt die Zielsetzung der EU. Allerdings sei, um in den kommenden zehn Jahren erfolgreicher zu sein, als bisher, ein weit greifendes Umdenken in der Umwelt- und Energiepolitik nötig. Cramer ist einer der Autoren des Positionspapiers „Beitrag der deutschen Biodiversitätsforschung zu post 2010-Zielen", in dem auf Initiative von NeFo Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen aus Biodiversitätsforschung, Bundesbehörden und Naturschutzorganisationen die notwendigen Schritte und Voraussetzungen für einen effektiveren Schutz der Biodiversität formuliert haben. DIVERSITAS Deutschland, ein interdisziplinärer Zusammenschluss der deutschen Biodiversitätsforschung, unterstützt den Entwurf, der im Juni veröffentlicht wird.

Im nefo-Interview des Monats lesen Sie den gesamten Kommentar von Wolfgang Cramer zu den 2020-Zielen der EU.

Die Beschlüsse des EU-Umweltrates (pdf, 234 KB)

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) ist ein Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es hat das Ziel, die gesamte Forschungslandschaft Deutschlands zum Thema biologische Vielfalt interdisziplinär und unabhängig von Institutionen besser zu vernetzen, ihr Wissen und ihre Meinung in gesellschaftspolitische Prozesse einzubinden und für Politik und Öffentlichkeit sichtbar zu machen. In unserem Onlineportal www.biodiversity.de finden Sie aktuelle Themen aus der Biodiversitätsforschung- und Politik. Zudem stehen wir Ihnen gern als direkte Ansprechpartner für Themenrecherche und Expertensuche zur Seite:

Sebastian Tilch
Pressesprecher Netzwerk-Forum zur Biodiversitäsforschung
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Tel: +49 341 235 1062
E-Mail: medien@biodiversity.de

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