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Experten für erneuerbare Energien treffen sich in Oslo

04.09.2009 - Im Vorfeld des zweiten Leitautorentreffens zum IPCC-Sonderbericht „Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation“, das vom 1. bis 4. September in Oslo stattfand, wurden so genannte Top-Down- und Bottom-up-Ansätze zum Einsatz erneuerbarer Energietechnologien diskutiert. Die im Rahmen des Expertentreffens „Modeling Renewable Energies“ gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl in den Sonderbericht als auch in den fünften Sachstandsbericht des IPCC einfließen.
Experten für erneuerbare Energien treffen sich in Oslo

Verantwortlich für die Erstellung des Sonderberichts: die drei Co-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe 3 des IPCC Youba Sokona, Ottmar Edenhofer und Ramón Pichs-Madruga (v.l.n.r.). Foto: IPCC WG III

Die Analyse der Rolle und Bedeutung erneuerbarer Energien für die Vermeidung des Klimawandels erfolgt für gewöhnlich anhand des Bottom-Up- bzw. Top-Down-Ansatzes. Beim Bottom-Up-Ansatz liegt der Schwerpunkt auf den Besonderheiten der verschiedenen, derzeit verfügbaren erneuerbaren Energietechnologien. Beim Top-Down-Ansatz stehen das Ausmaß einer möglichen Nutzung dieser Technologien und ihr potenzieller Anteil an der Verringerung von Treibhausgasemissionen bei Annahme einer bestimmten wirtschaftlichen Entwicklung im Vordergrund.

Um Vertreter beider Forschungsansätze zusammenzubringen, wurde vom IPCC das Expertentreffen „Modeling Renewable Energies“ organisiert. An dem Treffen, das am 30. und 31. August 2009 in Oslo stattfand, nahmen anerkannte Experten beider Modellansätze teil, darunter viele Autoren des Sonderberichts „Renewable Energy Sources and Climate Mitigation“. Eines der wichtigsten Ergebnisse des Expertentreffens war die Vereinbarung, die Kommunikation zwischen den Vertretern beider Forschungsansätze zu intensivieren.

So werden einerseits die Top-Down-Modellierer ihre wichtigsten Annahmen zu wesentlichen Parametern, die als Input in ihre Modelle einfließen, darlegen. Andererseits werden die Bottom-Up-Modellierer diese Modellannahmen kritisch prüfen und die Umsetzbarkeit der Modellergebnisse bewerten. Dieser iterative Ansatz gewährleistet eine stetig zunehmende Konsistenz der Modellergebnisse. Zudem stellt er einen wichtigen Schritt sowohl für den Sonderbericht als auch für die längerfristige Zusammenarbeit im Hinblick auf den fünften Sachstandsbericht des IPCC dar.

Im Anschluss an das Expertentreffen arbeiteten die Leitautoren des Sonderberichts „Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation” weiter an dessen Struktur. Ziel des Berichts ist es, Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Rolle erneuerbarer Energien im Zuge gemeinsamer Klimaschutzanstrengungen zu geben. Dabei geht es insbesondere um den Beitrag erneuerbarer Energien in einer Welt, deren Zukunft mit einem hohen Energiebedarf oder möglicherweise beschränkten Ressourcen verbunden ist, aber auch um die Rolle von CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) sowie der Atomkraft bei der Erreichung ambitionierter Klimaschutzziele. Darüber hinaus werden die Bedingungen analysiert, unter denen der Einsatz sowohl von CCS als auch von Biomasse zwingend notwendig würde.

Eines der wichtigsten Ziele des Sonderberichts, der Ende 2010 veröffentlicht werden soll, ist eine umfassende, technologiespezifische Bewertung der bedeutendsten erneuerbaren Energien. Dabei sollen sowohl die Herausforderungen der Integration dieser Technologien in das bestehende Energiesystem als auch die Schätzung der mit verschiedenen Klimaschutzzielen verbundenen Kosten behandelt werden. Des Weiteren wird der Bericht verschiedene Strategien identifizieren, die den Einsatz erneuerbarer Energien vereinfachen können.

 

Weitere Informationen im Internet:

IPCC Arbeitsgruppe 3
IPCC Sonderberichte


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