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Potsdamer Klimaexperte Schellnhuber wird Regierungsberater

Klimaberater HJS
V.l.n.r.: Lars Josefsson (Vattenfall), Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel, Hans Joachim Schellnhuber (PIK).
Foto: Tim Hasler, WBGU.

Potsdam, 1.12.2006  -  Deutschland wird ab Januar 2007 in der internationalen Klima- und Energiepolitik die Zügel in die Hand nehmen. Für die Zeit ihres G8-Vorsitzes und ihrer EU-Ratspräsidentschaft hat die deutsche Regierung Prof. Hans Joachim Schellnhuber um Beratung gebeten. Er ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und einer der renommiertesten Klimaforscher weltweit.

Hans Joachim Schellnhuber wird am 1. Dezember von Bundeskanzlerin Angela Merkel als externer Regierungsberater der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wird die Bundesregierung in allen Fragen des Klimawandels und der internationalen Klimapolitik beraten. Damit ist er in Deutschland der erste Wissenschaftler, der speziell für diesen strategisch wichtigen Politikbereich als Berater der Regierung berufen wird.

Mit der Zusage des Physikers, diese Tätigkeit zu übernehmen, hat die große Koalition einen international hoch angesehenen Wissenschaftler gewonnen. Seit Jahren wird er als Forscher und Gutachter in verschiedenen Ländern geschätzt. Er gilt als Pionier der integrativen Klimaforschung, die den Klimawandel in all seinen Facetten - ökologisch, sozial und ökonomisch - untersucht.

Als Mitglied der ersten Stunde im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) begleitet Schellnhuber seit 1992 politische Verhandlungsprozesse, wie etwa die Klimarahmenkonvention mit ihrem Kyoto-Protokoll. Schellnhuber war einer der allerersten, die gefordert haben, die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, um schwere gesellschaftliche Verwerfungen zu vermeiden.

„Auf Deutschland lastet durch seinen Doppel-Vorsitz bei G8 und EU eine große historische Verantwortung“, sagt Schellnhuber. Noch könne man Einfluss darauf nehmen, wie es um unsere Lebensgrundlagen nach 2050 stehen werde.

Schellnhuber hat schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass sich zur Bewältigung des Klimaproblems eine Doppelstrategie anbietet. Es gilt, das „Unbeherrschbare zu vermeiden, und das Unvermeidbare zu beherrschen“. Insbesondere für die Reduktion der CO2-Emissionen sollten die G8-Staaten einen „Road Atlas“ entwickeln, in dem die Länder technische Optionen und institutionelle Rahmenbedingungen zur Erneuerung der Energiesysteme spezifizieren. Dies wäre ein erster Schritt, um ein Bild über die globalen Perspektiven des Klimaschutzes zu erhalten.

Nicht zuletzt durch den britischen Stern-Report ist der Klimawandel stark ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gerückt. Schellnhuber und das PIK konnten wesentlich zur Entstehung der weltweit beachteten Studie beitragen.

Für seine Verdienste in der Forschung und der deutsch-britischen Wissenschaftskooperation wurde Schellnhuber 2004 von der britischen Königin zum "Commander of the British Empire (CBE)" ernannt. Im Jahr darauf wurde er in die US-amerikanische National Academy of Sciences aufgenommen, eine der führenden Wissenschaftsakademien der Welt.

Der 1950 in Ortenburg/Bayern geborene Schellnhuber war 1993 Gründungsdirektor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das er immer noch leitet. Er lehrt an den Universitäten Potsdam und Oxford. Zwischen 2001 und 2005 leitete er als Forschungsdirektor das renommierte Tyndall Centre for Climate Change in Großbritannien.


Für die Pressemitteilung des Bundeskanzleramts hier klicken.

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