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„Eine neue Allianz entsteht“: Klimakonferenz COP22 beendet

18.11.2016 – Der UN-Klimagipfel COP22 in Marokko hat ein Signal erneuerter Zuversicht in das Pariser Abkommen gesendet – trotz breiter Sorge über die USA, die unter Präsident Donald Trump aus der internationalen Klimapolitik aussteigen könnten. Führende Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben aktiv an dem Treffen in Marrakesch teilgenommen. Länder wie das Öl exportierende Saudi Arabien haben dort etwa zum Ausdruck gebracht, dass sie von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen möchten. Fast 200 Nationen einigten sich bei den zweiwöchigen Gesprächen auf ein gemeinsames Statement, dass der Kampf gegen den Klimawandel eine „dringende Pflicht“ und „unumkehrbar“ sei.
„Eine neue Allianz entsteht“: Klimakonferenz COP22 beendet

Der scheidende US-Außenminister John Kerry in hat in einer leidenschaftlichen Rede in Marrakesch dazu aufgerufen, den Klimaschutz weiter gemeinsam voran zu bringen. Foto: UNFCCC

„Eine Allianz entsteht von Kalifornien über Deutschland bis nach China, die eine neue Wirtschaft verkörpert“, sagte PIK Direktor Hans Joachim Schellnhuber der Nachrichtenagentur Reuters. „Trump, Erdogan oder Putin stehen dagegen für die alte Wirtschaft“. Aus wissenschaftlicher Perspektive sei es jedoch auch klar, dass die vorliegenden Zusagen der Regierungen zur Emissionsreduktion nicht ausreichen, um die Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, so Schellnhuber gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa: „Um Klimarisiken zu vermeiden müssen Regierungen weltweit ihre Anstrengungen noch verstärken“.

„Ausstieg aus der Kohle“

„Wir brauchen den Ausstieg aus der Kohle, wenn Regierungen die Ziele zur Klimastabilisierung einhalten wollen, auf die sie sich vor einem Jahr in Paris geeinigt haben. Wenn die nationalen Pläne zur Emissionsreduktion verstärkt werden, sollten sie deshalb auch entsprechende Strategien zum Auslaufen der Kohle beinhalten“, sagte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des PIK und Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change. „Eine Bepreisung von CO2-Emissionen wäre dabei ein vernünftiger Weg um den Ausstieg aus der Kohlenutzung voran zu bringen. Das würde Anreize schaffen für erneuerbare Energien und für Regierungen Einnahmen schaffen für dringend gebrauchte Infrastrukturverbesserungen. Die größten Wirtschaftskräfte, vereint in den G20, könnten diesen Sommer unter deutscher Präsidentschaft diese Instrumente vorwärts bringen, um die selbst gesetzten Klimaziele einzuhalten“.

Sowohl Schellnhuber als auch Edenhofer waren in der zweiten Woche der Konferenz vor Ort, so wie auch eine Reihe weiterer PIK-Forscher die aktiv in Side Events eingebunden waren – von neuen wissenschaftlichen Ansätzen zur Versicherung von Farmen in Afrika gegen Ernteausfälle bis hin zu Politikinstrumenten für die G20 für eine effektive Bepreisung von CO2. Unter anderem informierten die leitenden Wissenschaftler auch die deutsche Delegation auf der UN-Konferenz.

Berichte in Washington Post and Frankfurter Allgemeine

Zahlreiche Medien beriefen sich auf PIK-Expertise. Neben Reuters und dpa sprach Schellnhuber etwa auch mit der Washington Post. Zusammen mit Axel Weber von UBS und Christian Thimann von AXA veröffentlichte er einen Gastbeitrag zur Rolle des Finanzsektors für die Klimastabilisierung – veröffentlicht über Project Syndicate wurde das Stück etwa von der Gulf Times aufgegriffen. Die Wochenzeitung der Frankfurter Allgemeine Zeitung brachte ein Interview mit Ottmar Edenhofer, der unter anderem auch vom Wirtschaftsblatt Valor Economico in Brasilien, der Economic Times of India und der russischen Nachrichtenagentur Interfax um Einschätzungen gebeten wurde.  

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