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Bahnbrechendes Treffen im Vatikan? Öl- und Finanzkonzerne sprechen sich für CO2-Bepreisung aus

20.06.2019 - Einige der weltweit größten Öl- und Finanzkonzerne kamen auf Einladung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften (PAS) kürzlich in Rom zu einem Dialog über "The Energy Transition and Care for Our Common Home" zusammen und einigten sich darauf sich den Bemühungen von Wissenschaft und Gesellschaft zur Eindämmung der Klimakrise anzuschließen. Papst Franziskus selbst nahm an dem hochrangig besetzten Treffen teil, um vor den Wirtschaftsvertretern zu sprechen und verwies dabei auf seine päpstliche Enzyklika "Laudato Si", die wesentlich zur Unterzeichnung des bahnbrechenden Pariser Klimaabkommens 2015 beigetragen hatte. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied der PAS, war der einzige zu diesem Dialog eingeladene Klimawissenschaftler. Er hielt den Eröffnungsvortrag der Veranstaltung und spielte eine entscheidende Rolle bei der Erstellung von fast allen Teilnehmern unterzeichneten Erklärungen.
Bahnbrechendes Treffen im Vatikan? Öl- und Finanzkonzerne sprechen sich für CO2-Bepreisung aus

Dialog zu "The Energy Transition and Care for Our Common Home”. Photo: ©Vatican Media

"Unternehmen sollten Investoren Klarheit darüber schaffen, wie sie die Energiewende planen und wie sie investieren", heißt es in einer Erklärung. "Durch Dialog und Feedback spielen Investoren eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Unternehmen hinsichtlich einer Offenlegung von Unternehmenspolitik, Strategie und Leistung vor dem Hintergrund klimabezogener Risiken." Darüber hinaus waren sich die Teilnehmer einig, dass "zuverlässige und wirtschaftlich sinnvolle CO2-Bepreisungs-mechnismen - sei es auf der Grundlage von Steuern, Handelsmechanismen oder anderen marktbasierten Maßnahmen - von den Regierungen auf einer Ebene vereinbart werden sollten, die Geschäftspraktiken, Verbraucherverhalten, Forschung und Investitionen fördert, um die Energiewende deutlich voranzutreiben und gleichzeitig die Kosten für gefährdete Bevölkerungsgruppen zu minimieren sowie das Wirtschaftswachstum zu unterstützen".

Die Erklärungen wurden von den Vorstandsvorsitzenden von ExxonMobil, BP, Royal Dutch Shell, Total und vielen anderen Branchenvertretern der fossilen Industrie sowie von Vertretern bedeutender Investmentgesellschaften, die für Milliarden von US-Dollar verantwortlich sind, unterzeichnet, darunter der Vorstandsvorsitzenden von BNP Paribas Asset Management und der Mitbegründer und Vizepräsident von Blackrock. Sie wurden von einer Reihe von Experten in dieser Frage unterstützt.

"Der 30-jährige Krieg der Klimaleugnung ist endgültig vorbei", sagte Hans Joachim Schellnhuber." Teile der fossilen Industrie haben seit langem versucht, die mit der menschengemachten globalen Erwärmung verbundene existenzielle Bedrohung herunterzuspielen und sich gegen eine starke Klimapolitik zu wehren, aber das ist jetzt Geschichte. Sowohl die Unternehmen als auch die großen Investoren haben beschlossen, sich dem Wettlauf um Nachhaltigkeit anzuschließen, um den Wohlstand der Menschheit zu sichern. Nicht jeder wird sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen, aber es ist die fundierte Wissenschaft, die Orientierung gibt. Gemeinsam werden wir hart daran arbeiten, eine schnelle Senkung von Treibhausgasen zu erreichen, damit Öl- und Investmentfirmen ihre Versprechen einhalten."

Weblink Päpstlichen Akademie der Wissenschaften (PAS):
http://www.pas.va/content/accademia/en.html

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