Sie sind hier: Startseite Aktuelles Nachrichten 1,5-2°C: Reduktionsziele der Länder noch nicht ausreichend

1,5-2°C: Reduktionsziele der Länder noch nicht ausreichend

30.06.2016 - Im Abkommen von Paris haben sich die Länder der Welt über eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius verständigt - die bislang vorliegenden einzelnen Klimaziele zur Emissionsreduktion sind dafür jedoch noch nicht ausreichend. Ein internationales Forscherteam zeigt jetzt im Journal Nature auf, dass die nationalen Reduktionspläne bislang noch immer zu einem globalen mittleren Temperaturanstieg von 2,6 bis 3,1 Grad bis Ende des Jahrhunderts führen würden. Das im Sinne des Pariser Abkommens zur Verfügung stehende Budget der Kohlendioxid-Emissionen wäre bereits 2030 aufgebraucht.
1,5-2°C: Reduktionsziele der Länder noch nicht ausreichend

Global greenhouse-gas emissions as implied by INDCs compared to no-policy baseline, current-policy and 2 °C scenarios. See article for full info

„Das Pariser Abkommen ist eine historische und ambitionierte Leistung, dennoch reichen die Klimapläne der Länder bislang noch nicht aus, um die globale Erwärmung auf 1,5-2°C zu begrenzen", erklärt Studienautor Malte Meinshausen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Universität Melbourne in Australien. "Unsere umfassende Analyse zeigt, dass die Länder Nachbesserungen vornehmen müssten, um den Vereinbarungen von Paris entsprechen zu können. Diese Nachbesserungen auf 2030 oder später zu verschieben würde eine außerordentliche Herausforderung bedeuten, wenn das gemeinsame Ziel, den Klimawandel auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, erreicht werden soll."

Die neue Studie bietet eine gründliche und detaillierte Analyse der derzeit vorliegenden nationalen Reduktionspläne, die die Länder als "Intended Nationally Determined Contributions" zum Klimagipfel in Paris im Dezember gemeldet hatten. Gleichzeitig haben die Wissenschaftler auch die Unsicherheiten sorgfältig untersucht, die mit den künftigen Emissionen und Temperaturzielen einhergehen. So sind die Klimapläne etwa nicht immer einheitlich aufgesetzt oder enthalten mitunter Zusagen unter Vorbehalt. Etwa 6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente als potenzielle Emissionseinsparungen sind deshalb noch unklar, das entspricht in etwa den Emissionen der USA im Jahr 2012.

 

Artikel: Rogelj, J.; den Elzen, M.; Höhne, N.; Fransen, T.; Fekete, H.; Winkler, H.; Schaeffer, R.; Sha, F.; Riahi; K.; Meinshausen, M. (2016): Paris Agreement climate proposals need a boost to keep warming well below 2°C. Nature [doi:10.1038/nature18307]

Link zum Artikel: http://www.nature.com/nature/journal/v534/n7609/full/nature18307.html

Link zur IIASA Pressemitteilung: http://www.iiasa.ac.at/web/home/about/news/160630-paris.html.html


Artikelaktionen

Contact PR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle:
Tel.: +49 (0) 331 288 2507
E-Mail: presse(at)pik-potsdam.de

Möchten Sie unsere Nachrichten per RSS Feed abonnieren?
RSS Feed rss feed