Katalog der Großwetterlagen Europas


3.2 Gesamtübersicht

Es wurden die monatlichen und jährlichen relativen Häufigkeiten der einzelnen Großwetterlagen, -typen und Zirkulationsformen für den Gesamtzeitraum 1881 - 1997 ermittelt. Die Ergebnisse zeigt Tab. 6 . Man erkennt, daß die meisten Großwetterlagen bzw. ihre Zusammenfassungen einen mehr oder weniger deutlichen Jahresgang aufweisen. Insbesondere gilt dies für die Zirkulationsformen Abb. 1 . Die dominierenden Großwetterlagen sind WZ mit einem Jahresdurchschnitt von 15.62% und HM mit 9.28% bezüglich aller GWL. Dabei weisen beide einen deutlichen Jahresgang auf mit jeweils einem Maximum, das etwa doppelt so groß ist wie das Minimum. Für WZ liegt das Maximum im August und das Minimum im April. Für HM sind dies die Monate September bzw. April. Alle anderen Großwetterlagen weisen im Jahresdurchschnitt relative Häufigkeiten zwischen ca. 1 und 7% auf. Dabei gibt es Großwetterlagen, die in einigen Monaten gar nicht oder nur sehr selten auftraten (z.B. SEZ und SZ im Juli). Bei den Großwettertypen wird über 1/4 durch die Westlagen repräsentiert. Etwa gleiche Anteile weisen die Hochdrucklagen, die Nordlagen sowie die Ostlagen auf, wogegen die Nordwest- und die Südlagen nur jeweils eine relative Häufigkeit von etwas mehr als 8% im Jahresdurchschnitt haben. Die Schwankungen im Jahresgang sind mit denen der GWL vergleichbar. Die nur durch vier Großwetterlagen charakterisierte zonale Zirkulation stellt einen Beitrag von fast 27% zur Gesamtzirkulation. In der mit etwa 40% vertretenen meridionalen Zirkulation sind dagegen 18 Großwetterlagen zusammengefaßt. Das restliche Drittel wird durch die gemischte Zirkulation (7 GWL) repräsentiert. Die Zirkulationsformen weisen keinen einheitlichen Jahresgang auf. Es kann aber festgestellt werden, daß im Mai die meridionale Zirkulation ihr Maximum hat, während zonale und gemischte Zirkulation ihr Jahresminimum haben s.a. Abb. 1 . Werden die absoluten Häufigkeiten (siehe Kapitel  5.2 ) einer ersten Auswertung unterzogen, erhält man u.a. die in Tab. 3 dargestellten interessanten Ergebnisse.

Tab. 3: Maxima und Minima der absoluten Häufigkeiten verschiedener GWL, GWT und ZF

 

Frühjahr

Sommer

Herbst

Winter

Jahr

Max.

Min.

Max.

Min.

Max.

Min.

Max.

Min.

Max.

Min.

GWL

 

WZ

32

0

42

0

36

0

42

0

105

10

HM

32

0

28

0

29

0

41

0

70

0

GWT

 

W

51

0

52

3

52

4

64

3

160

50

SW

17

0

19

0

29

0

23

0

43

0

NW

30

0

36

0

26

0

30

0

59

7

HM

32

0

40

0

38

0

47

0

115

26

N

44

0

45

0

38

0

47

0

110

21

E

55

0

40

0

46

0

53

0

117

10

S

43

0

27

0

31

0

29

0

57

9

GZ

50

0

51

6

71

5

58

7

166

53

MZ

74

18

64

13

64

0

62

0

220

78

Es ist sofort ersichtlich, daß es GWL, GWT und ZF gibt, die einerseits bis zu 2/3 der Gesamtzirkulation einer Jahreszeit stellen, andererseits aber auch überhaupt nicht auftreten können. Weiterhin ist bemerkenswert, daß die Großwetterlage HM im Jahr 1986 nicht beobachtet wurde. Gleiches gilt für den Großwettertyp SW für die Sommer der Jahre 1902 bis 1935 sowie die GWL SA und SZ für die Sommer des Zeitraumes 1881 bis 1933 (53 Jahre!). Ähnliche Aussagen lassen sich zu fast allen anderen Großwetterlagen treffen.


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