Katalog der Gro▀wetterlagen Europas


2.6.1 Westlagen

WA Westlage über Mitteleuropa überwiegend antizyklonal
In der nordwärts bis etwa 60 °  N vorgeschobenen atlantischen Frontalzone wandern Einzelstörungen vom Seegebiet westlich Schottlands über den Norden der britischen Inseln und Südskandinavien hinweg in Richtung Baltikum. Ihre Frontausläufer greifen nur zeitweise und oft abgeschwächt auf Mitteleuropa über. Das zentrale Boden- und Höhentief liegt meist nördlich von 65 °  N, die mit ihrem Kern nördlich der Inselgruppe liegende Azorenhochzelle reicht mit einem Keil bis weit nach Süddeutschland hinein.
Verwandte GWL: in zyklonaler Richtung WZ, in antizyklonaler Richtung BM
Häufigkeiten: Max. - August, Min. - Mai

WZ Westlage über Mitteleuropa überwiegend zyklonal
Einzelstörungen wandern mit eingelagerten Zwischenhochdruckgebieten oder -keilen in einer in normaler Lage befindlichen Frontalzone zwischen 50 ° und 60 °  N vom Seegebiet westlich Irland über die Britischen Inseln, Nord- und Ostsee hinweg nach Osteuropa und biegen dann, besonders im Winter, nach Nordosten um. Das steuernde Zentraltief liegt meist nördlich von 60 °  N, so daß über dem Nordatlantik und dem europäischen Nordmeer tiefer Luftdruck herrscht. Das in normaler Lage befindliche Azorenhoch reicht meist mit einem Ausläufer bis nach Südfrankreich oder sogar bis in den Alpenraum. Oberitalien bleibt meistens antizyklonal beeinflußt.
Verwandte GWL: in zyklonaler Richtung WS, in antizyklonaler Richtung WA
Häufigkeiten: Max. - August, Min. - April

WS Südliche Westlage
Einzelstörungen wandern in einer weit nach Süden verschobenen Frontalzone vom Seegebiet südwestlich Irland über die Biskaya, Frankreich, mittleres Deutschland, teils südlich des 50. Breitenkreises, nach Osteuropa und biegen dort nordwärts um. Der zyklonale Einfluß erstreckt sich dabei häufig bis zum nordöstlichen Teil des Mittelmeeres. Der Kern des zentralen Bodentiefs liegt meist südlich von 60 °  N, so daß der nördliche Nordatlantik und Teile des Nordmeeres vielfach unter dem Einfluß eines kalten Polarhochs mit östlicher Strömung stehen. Ein Ausläufer des südlich der Inselgruppe liegenden Azorenhochs reicht meist nur bis Nordwest- und Nordafrika, die Isobare 1015 hPa verläuft dabei südlich der Pyrenäen und des Ligurischen Meeres.
Verwandte GWL: in zyklonaler Richtung HFZ, HNFZ, in antizyklonaler Richtung WZ
Häufigkeiten: Max. - Dezember, Min. - September

WW Winkelförmige Westlage
Ausgeprägte, meist zwischen 50 ° und 60° N verlaufende atlantische Frontalzone, die über Mitteleuropa an der Westflanke eines blockierenden russischen Hochs scharf nach Norden umbiegt. Die atlantischen Störungen überqueren das westliche Europa und werden zwischen Elbe und Weichsel stationär. Das östliche Mitteleuropa liegt dabei im Einflußbereich des kontinentalen Hochs.
Verwandte GWL: in zyklonaler Richtung SEZ, in antizyklonaler Richtung HFA, SEA
Häufigkeiten: Max. - November, Min. - Mai


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